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Artikel: Hyaluron im Gesäß: Was die Langzeitdaten zur Glutealaugmentation zeigen

Studienunterlagen mit Diagrammen, Lesebrille und 10-ml-Spritze mit stumpfer Kanüle
Body-Filler

Hyaluron im Gesäß: Was die Langzeitdaten zur Glutealaugmentation zeigen

Fachinformation für Ärzt:innen und medizinisches Fachpersonal. Dieser Beitrag richtet sich ausschließlich an Fachkreise im Sinne des § 2 HWG. Er ersetzt weder die Gebrauchsanweisung (IFU) des jeweiligen Produkts noch eine ärztliche Fortbildung.

Kurz gesagt: Eine retrospektive Multicenter-Studie (Crabai et al., Plastic and Reconstructive Surgery – Global Open 2024) hat 267 Behandlungen bei 91 Patient:innen ausgewertet, die zwischen 2017 und 2021 Hyaluron-Bodyfiller ins Gesäß erhielten; die Nachbeobachtung reichte bis 4 Jahre und 7 Monate. Dokumentiert wurden 69 unerwünschte Ereignisse bei 50 Patient:innen, überwiegend früh auftretend. Die Aussagekraft ist durch das retrospektive Design ohne Kontrollgruppe und die Beteiligung des Herstellers begrenzt.

Begriffe in einem Satz

  • Glutealaugmentation: die Vergrößerung bzw. Konturierung des Gesäßes, chirurgisch (z. B. Implantat, Eigenfett) oder nicht-operativ mit injizierbaren Fillern.
  • Bodyfiller: ein injizierbares Medizinprodukt, meist auf Basis quervernetzter Hyaluronsäure, das laut Zweckbestimmung zur Volumenwiederherstellung und Konturierung von Körperarealen dient.
  • GAIS (Global Aesthetic Improvement Scale): eine subjektive Skala, auf der Patient:innen bzw. Behandelnde das ästhetische Ergebnis einstufen; sie misst kein Volumen.

Wie war die Studie aufgebaut?

Die Studie ist eine retrospektive, beobachtende Multicenter-Auswertung aus der Routineversorgung in drei Zentren.

  • Zentren: Dubai (41 Patient:innen), Mailand (39), Rom (11)
  • Zeitraum: Behandlungen 2017 bis 2021, Nachbeobachtung bis 4 Jahre und 7 Monate
  • Kollektiv: 91 Personen im Alter von 22 bis 53 Jahren (Mittel 33,5): 81 Frauen, 4 Männer, 6 trans Personen
  • Produkte: biphasische HA-Bodyfiller HYAcorp MLF1 und MLF2. In Deutschland sind sie baugleich unter den Namen Genefill Contour und Contour Plus erhältlich (siehe Kasten).
  • Endpunkte: unerwünschte Ereignisse (UE) sowie Zufriedenheit nach der GAIS, bewertet von Patient:innen und Behandelnden

Welche Patient:innen wurden eingeschlossen?

Ausgeschlossen wurden Patient:innen mit Ptosis, mit einem BMI unter 18 oder über 30 sowie mit den Gegenanzeigen der Gebrauchsanweisung. Ausgeprägte Hautlaxizität, Dehnungsstreifen und Cellulite gelten auch in der begleitenden Literatur als ungünstige Ausgangslage für eine Hyaluron-Spritze ins Gesäß.

Welche Injektionstechnik und welche Mengen wurden verwendet?

Injiziert wurde mit einer stumpfen 18G-Kanüle retrograd in die tiefe Fettschicht, im Mittel 40,9 ml pro Seite und Sitzung.

  • Markierung im Stehen, Behandlung in Bauchlage unter sterilen Bedingungen
  • Lokalanästhesie an den Eintrittspunkten, zusätzlich Lidocain-Infiltration im Behandlungsareal
  • stumpfe 18G-Kanüle (100 mm), retrograde Injektion in die tiefe Fettschicht (DAT); MLF1 wurde eher oberflächlicher in der Subkutis platziert
  • höchstens 70 ml pro Seite und Sitzung, im Mittel 40,9 ml pro Seite und Sitzung (Spanne 20–70 ml); Gesamtmenge im Mittel rund 120 ml pro Seite
  • mehrere Sitzungen je nach Verlauf: 5 Patient:innen hatten 1 Sitzung, 25 hatten 2, 32 hatten 3 und 29 hatten 4

Prämedikation und Antibiotikaprophylaxe folgten dem jeweiligen Zentrumsprotokoll. Sie sind keine allgemeine Empfehlung, maßgeblich sind Gebrauchsanweisung und ärztliche Entscheidung.

Welche unerwünschten Ereignisse wurden beobachtet?

In 267 Sitzungen wurden 69 UE bei 50 Patient:innen dokumentiert, am häufigsten Schwellung; schwerwiegende UE traten im Beobachtungszeitraum nicht auf.

  • Die meisten UE traten früh auf (bei 47 Patient:innen) und klangen meist innerhalb einer Woche ab. Späte UE gab es bei 3 Patient:innen.
  • Am häufigsten war Schwellung (bei 25 Patient:innen, 27,5 %), gefolgt von Hämatomen, Juckreiz, Schmerz und leichter Entzündung.
  • 5,5 % der UE wurden als mittelgradig eingestuft (Knötchen, Infektion, Allergie).
  • UE traten signifikant häufiger auf, wenn das Areal bereits mit anderen Substanzen oder Verfahren behandelt worden war (z. B. Implantate, Eigenfett, Poly-L-Milchsäure).

Wie wurde das Ergebnis bewertet?

In der GAIS bewerteten Patient:innen und Behandelnde das Ergebnis überwiegend als „verbessert“ bis „deutlich verbessert“. Bewertet wurde über Fotovergleich und GAIS, nicht volumetrisch.

Wo liegen die Grenzen der Studie?

Die Studie liefert Praxisdaten zur Gesäßaugmentation mit Hyaluron über mehrere Jahre; für die Bewertung wichtig sind folgende Einschränkungen:

  • retrospektives Design ohne Kontrollgruppe; Daten aus Routinedokumentation
  • keine Bildgebung (z. B. Ultraschall) vor oder nach der Behandlung
  • keine systematische Erfassung von Begleiterkrankungen und Begleitmedikation
  • Bewertung über Fotovergleich und GAIS, nicht volumetrisch
  • Drei Autor:innen sind beim Hersteller beschäftigt, und der Hersteller hat die Analyse unterstützt.

Was folgt daraus für die Praxis?

Vorbehandlungen im Areal genau erfragen, das Volumen pro Sitzung begrenzen und größere Korrekturen auf mehrere Sitzungen verteilen. Patient:innen mit Laxizität oder Ptosis zurückhaltend auswählen.

Bodyfiller für die Glutealaugmentation im Überblick: Body Filler für Fachanwender.

Weiterlesen: Vernetztes Hyaluron im Bodyfiller: Rheologie · Bodyfiller oder Gesichtsfiller? · Ratgeber aus Patientensicht: Po vergrößern ohne OP · Hip Dips auffüllen

Welche Bodyfiller führt Genefill?

Genefill Contour (baugleich mit HYAcorp MLF1) und Genefill Contour Plus (baugleich mit HYAcorp MLF2) sind biphasische, hochviskose Hyaluron-Bodyfiller in der 10-ml-Spritze. Beide Gele enthalten 20 mg/ml vernetzte und 2 mg/ml unvernetzte Hyaluronsäure nicht-tierischen Ursprungs. Contour Plus ist stärker vernetzt, hat größere Gelpartikel und baut mehr Projektion auf.

  • Contour: Hände, Waden, Hip Dips, konkave Körperdeformitäten, Unregelmäßigkeiten nach Liposuktion, Gesäß bei moderatem Volumenbedarf
  • Contour Plus: Glutealaugmentation, ausgeprägte Hip Dips, größere Volumendefizite
  • Haltbarkeit laut Herstellerangabe: bis zu 18 Monate, individuell abhängig von Areal, Menge, Technik und Stoffwechsel.

→ Body Filler für Fachanwender · Genefill Contour vs. Contour Plus im Vergleich · Belieferung ausschließlich an Fachkreise (B2B).

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Studie gibt es zu Hyaluron im Gesäß?

Eine der größeren Fallserien ist die retrospektive Multicenter-Studie von Crabai et al. (Plast Reconstr Surg Glob Open 2024;12(5):e5792). Sie wertet 267 Behandlungen bei 91 Patient:innen aus den Jahren 2017 bis 2021 aus.

Wie lange wurden die Patient:innen nachbeobachtet?

Die Nachbeobachtung reichte bis 4 Jahre und 7 Monate.

Welche unerwünschten Ereignisse traten in der Studie auf?

Dokumentiert wurden 69 UE bei 50 Patient:innen, am häufigsten Schwellung, gefolgt von Hämatomen, Juckreiz, Schmerz und leichter Entzündung; die meisten traten früh auf und klangen meist innerhalb einer Woche ab. Schwerwiegende UE traten im Beobachtungszeitraum nicht auf.

Wie viel Hyaluron wurde pro Seite injiziert?

Im Studienprotokoll waren es höchstens 70 ml pro Seite und Sitzung, im Mittel 40,9 ml. Das sind Angaben aus dem Studienprotokoll; maßgeblich ist die Gebrauchsanweisung des verwendeten Produkts.

Warum ist die Aussagekraft der Studie begrenzt?

Die Studie ist retrospektiv, hat keine Kontrollgruppe, nutzt keine Bildgebung und bewertet das Ergebnis nur subjektiv. Zudem sind drei Autor:innen beim Hersteller beschäftigt.

Über diesen Beitrag

Autor: Genefill-Redaktion, netHEAVEN GmbH, Mainz – offizieller Exklusivvertrieb von Genefill in Deutschland.

Fachliche Prüfung: Dr. med. Dirk Gröne, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Zusatzbezeichnung Plastische und Ästhetische Operationen, Interdisziplinäre Dermatologie Berlin.

Stand: 9. Oktober 2026

Quellen

  1. Crabai P, Marchetti F, Santacatterina F, Fontenete S, Galera T. Nonsurgical Gluteal Volume Correction with Hyaluronic Acid: A Retrospective Study to Assess Long-term Safety and Efficacy. Plast Reconstr Surg Glob Open. 2024;12(5):e5792. doi:10.1097/GOX.0000000000005792 (PMC11081610)
  2. Oranges CM et al. Gluteal Augmentation Techniques: A Comprehensive Literature Review. Aesthet Surg J. 2017;37(5):560–569. doi:10.1093/asj/sjw240
  3. Gebrauchsanweisung Genefill Contour / Contour Plus (aktuelle Fassung)

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